22.05.2010: FC Bayern München – FC Internazionale Milano
Das Spiel der Spiele
Samstagabend um 20:45 Uhr sitzt Fußball Deutschland gebannt vor dem Fernseher und schaut zu, wie FC Bayern München und Inter Mailand um die Krone im europäischen Klubfußball kämpfen. Normalerweise sollten sich Zocker von Bayern-Wetten eher fernhalten, oftmals wird bei den Spielen der Münchner kein Value geboten. Aber bei einem Finale sieht das ganz anders aus. Hier bieten sich gleich mehrere Optionen an, auf die Bayern zu setzen.
Erstmal widmen wir uns den möglichen Aufstellungen und dem üblichen taktischen Vorgeplänkel. Bayern wird, mit der Ausnahme von Franck Ribery, die beste Elf auf den Platz schicken. Hamit Altintop hat gegen Lyon und im Hinspiel gegen Man Utd bewiesen, dass man auf ihn zählen kann. Auch sonst hat der FCB diese Saison etliche Spiele ohne Ribery gemeistert. Das es aber ein Qualitätsverlust ist steht außer Frage. Aber auch Inter wird einen ihrer Schlüsselspieler ersetzen müssen. Thiago Motta ist, genauso wie Ribery, für das Finale gesperrt. Motta ist für Inter ein enorm wichtiger Spieler. Er hält die Ordnung vor der Abwehr, ist oftmals die erste Instanz, die man als angreifende Mannschaft überwinden muss. Er setzt keine Akzente oder verfügt über die Fähigkeit Spiele zu entscheiden wie Ribery, aber er ist zum Teil ein verlängerter Arm von Inter-Coach Mourinho gewesen und wird den Nerazzurri ganz bestimmt fehlen.
Selten zuvor habe ich Berichterstattung erlebt, wie sie zurzeit in der Medienlandschaft über die Taktikeinstellung beider Trainer geführt wird. Oftmals ist von Offensivspektakel vs. Zerstörerfußball die Rede oder Ähnliches. Fakt ist: Beide Trainer gehören zur besten ihrer Zunft und werden einen großen Anteil haben, wie dieses Finale seinen Lauf nimmt. Inter wird sicherlich nicht den Cantenccio-Fußball zeigen, wie sie es in Barcelona bei der 0:1-Niederlage gemacht haben. Dort musste man einfach verteidigen mit einem Mann weniger. Alles andere wäre gegen Barcas Offensivfeuerwerk fatal gewesen. Trotzdem besteht Inters große Stärke, aus einer gefestigten Defensive nach vorne zu spielen. Hier wird es Bayern sehr schwer haben, zum Abschluss zu kommen.
Bayern hingegen hat schon öfter in dieser Saison schwächen in der Abwehr aufgezeigt. Daher ist es ein riesen Vorteil in meinen Augen, dass der Endspielgegner Inter und nicht Barca heißt. Eine solide Vorstellung von Lahm, van Buyten und Co. wird der Schlüssel zu Bayerns Triple-Träumen sein. In der Offensive wird man auf die Geniestreiche des Arjen Robbens hoffen. Aber gerade das könnte gefährlich werden, da Inter sich im Grunde nur durch Robben bedroht fühlt, und ihn so sicherlich mehr defensive Beachtung schenken wird als ein Hamit Altintop oder Danijel Pranjic auf der linken Seite. Bayern muss versuchen auch über andere Spieler wie Müller, Olic oder Schweinsteiger in der Offensive Akzente zu setzen.
Es ist ein Endspiel und wie immer ist hier die Floskel „alles kann passieren“ angebracht. In Wahrheit ist es auch so, das Spiel steht in meinen Augen auf Messers Schneide. Die Quoten und die Sicht viele Experten tendieren aber eher zu einem Inter-Erfolg. Klar, sie haben die Favoriten Chelsea und Barcelona aus dem Weg geräumt. Bayern hingegen „nur“ Manchester. Inter hat die wohl momentan stärkste Defensive, aber Bayern hat bisher in jedem Spiel, außer zu Hause gegen Bordeaux und Juve ein Tor erzielt.
Die Sportchecker setzten auf …
… Bayern! Hier gibt es, wie gesagt, ein paar Möglichkeiten. Eine sogenannte „Draw-no-Bet“ Wette, also AH von 0, gibt derzeit eine Quote von 2.36. Bei dem Handicap + 0.25 auf Bayern stehen die Quoten auch noch bei respektablen 1.98.